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Katharina Höftmann Ciobotaru
Alef
Roman / Originalausgabe / 416 Seiten
12,2 x 18,8 cm / Gebunden mit Lesebändchen
Preis: € 22,– [D] / € 22,70 [A]
ISBN: 978-3-7530-0000-8
Erscheint am 23. März 2021
Auch als E-Book erhältlich.

Katharina Höftmann Ciobotaru

ALEF

Was kann Liebe überwinden?
Maja wächst in Ostdeutschland auf. Ihre Mutter Astrid ist eine Karrierefrau, sie hat zwar ein Alkoholproblem, geht aber aus der Wende als Gewinnerin hervor. Majas Vater Wolf weiß hingegen nach der Wende nichts mehr mit sich anzufangen. Ein Teil der Familie driftet nach rechts. Eitans Vater ist mit Holocaust-Überlebenden aufgewachsen – Eitans Großmutter hat Theresienstadt zwar überlebt, sitzt seitdem aber tagtäglich am Fenster und wartet auf die Rückkehr ihres in Auschwitz ermordeten Bruders Sigi. Seine Mutter stammt aus dem Irak, aus dem ihre Familie nach einem Pogrom nach Israel geflohen ist. Als Maja und Eitan sich begegnen, prallen zwei Welten und zwei Leben aufeinander. Eigentlich ist es die eine, die ganz große Liebe. Aber Eitan fühlt sich nicht wohl in Deutschland und Maja nicht in Israel. Für Eitan ist es wesentlich, dass Maja Jüdin wird, doch sie kämpft mit dem Glauben. Alef erzählt die Geschichte zweier Familien, einer deutschen und einer israelischen. Es ist eine Geschichte von Schicksalsschlägen und Veränderungen, von Schuld und davon, was Liebe überwinden kann – und was nicht.

ZUR AUTORIN

Katharina Höftmann Ciobotaru wurde 1984 in Rostock geboren. Sie studierte Psychologie und deutsch-jüdische Geschichte in Berlin, ist freie Journalistin und hat bereits mehrere Kriminalromane und Sachbücher veröffentlicht, darunter Guten Morgen, Tel Aviv!. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Tel Aviv. Alef ist ihr erster literarischer Roman.

Foto: Kat Kaufmann

ÜBER ALEF

Ich hatte 195 Seiten fertig. 195 Seiten das falsche Buch. Und als ich im April 2019 im Tel Aviver Café »Mersand« saß, gab ich das endlich zu. »Du musst doch deine Geschichte erzählen, der Übertritt zum Judentum, Deutschsein und Jüdischwerden, das ist doch das viel spannendere Thema!«, rief meine Freundin Mirna, ebenfalls Schriftstellerin, mir aufgebracht zu. Und ich wusste, dass sie recht hatte. Denn von Anfang an hatte sich das andere Buchprojekt niemals so ganz richtig angefühlt. Da war ein Zweifel. Ein Zweifel, der plötzlich verschwand, als ich mir eingestand, dass ich die falsche Geschichte erzählte. Doch die Sache ist die: Ich wollte nie einfach nur »meine« Geschichte erzählen. »Meine« Geschichte kommt mir nicht wichtig genug vor. Meine Geschichte ist nur meine Geschichte, wo ist da das Große? Wo ist da die Kunst? Und außerdem: Wenn ich meine Geschichte erzähle, verliere nicht nur ich meine Geheimnisse, sondern auch all diejenigen, die diese Geschichte mit mir gelebt haben.

Darf ich das? Kann ich das? Muss ich das, um ein wirklich gutes Buch zu schreiben? Ich versuche mich an einer Antwort: Alef ist mein Meilenstein. Mein erster literarischer Roman. Er ist im Grundgedanken meine Lebensgeschichte und die meiner deutsch-israelischen Familie, und im Detail ist er pure Fiktion. Die Frage, wie viel an Alef wahr ist und wie viel erdacht, wurde für mich im Laufe des Schreibens immer unwichtiger. Ich habe mit Alef einfach die echteste Geschichte erzählt, die ich erzählen konnte. Eine Geschichte von Liebe, Verlust, Herkunft, Heimat, Schuld und zwei Völkern, die miteinander in Schmerz und Hoffnung verbunden sind. Eine Geschichte, die so wahr ist, dass es egal ist, was an ihr wahr ist.